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29.10.2018

Diese Erfindung macht Christian Brönnimann zum Unternehmer des Jahres

Aargauer Zeitung

Anja Zingg

Der Badener Christian Brönnimann erhält die Auszeichnung zum Unternehmer des Jahres. Er liefert Röntgengeräte an Forschungsinstitute in der ganzen Welt.

Wenn man das Gebäude der Dectris in Dättwil betritt, wird einem sogleich das Gefühl eines modernen Forschungsunternehmens vermittelt. Am Empfang stehen die Röntgengeräte, die Dectris an Forschungsinstitute auf der ganzen Welt liefert. Für einen Laien sehen sie aus wie mittelgrosse Scanner für zu Hause. Inhaber der Dectris ist Christian Brönnimann. Für einen CEO wirkt er erstaunlich locker, in Hemd und weissen Turnschuhen.

Am Freitag hatte der 52-Jährige im Trafo in Baden seinen grossen Auftritt. Er wurde an einer grossen Gala mit dem begehrten Preis der Beraterfirma Ernst & Young in der Kategorie Industrie/Hightech/Life Sciences ausgezeichnet. Brönnimann hat die Jury überzeugt und sich unter rund 50 hochkarätigen Kandidaten durchgesetzt. «Der Preis ist eine riesengrosse Ehre für mich und eine Anerkennung sowohl der bisherigen Erfolge als auch des zukünftigen Potenzials der Firma», erklärte er.

Brönnimann kommt aus Baden. Hier ist er aufgewachsen, hat die Schule besucht, und hier ist er auch seinem liebsten Hobby nachgegangen – dem Volleyball-Spielen. Lange spielte er auf Nationalliga-B-Niveau, während er nebenbei Physik studierte. «Ja, das war manchmal streng. Aber es war vor allem immer ein guter Ausgleich zum doch recht anspruchsvollen Studium.»

Als Kind wollte Brönnimann Astronom werden. Die Sterne faszinierten ihn. Seinen Traumberuf von damals übt er nicht aus, Brönnimann wurde Physiker. Die Kanti fiel im leicht, wie er selber sagt. Er entschloss sich deshalb dazu, Physik zu studieren. «Ich dachte, auch das würde mir leicht fallen. Ich täuschte mich», sagt er mit einem Lachen. Aber er habe sich durchgebissen. Am Paul-Scherrer-Institut (PSI) in Villigen schrieb er seine Diplomarbeit und seine Dissertation. Danach erhielt er eine Festanstellung. «Keine Selbstverständlichkeit als Physiker», sagt er.

Von 3 auf über 100 Mitarbeiter

Am PSI forschte er mit einem Team neun Jahre lang an einem Röntgendetektor. Dieser kann die Struktur von Proteinen und Makromolekülen erfassen. «Nachdem wir so viel in diese Forschung investiert hatten und daraus ein markttaugliches Produkt entstand, wollte ich nicht einfach, dass ein ausländisches Unternehmen die Lizenz erhält.»

2006 gründete der damals 40-Jährige deshalb die Firma Dectris in Baden. Zu Beginn hatte er drei Mitarbeiter. Die Zahl wuchs stetig, mittlerweile beschäftigt Brönnimann über 100 Mitarbeiter. Seit 2015 ist das Unternehmen an seinem jetzigen Standort am Täfernweg in Dättwil.

Wieso ist Baden für ihn der ideale Standort? «Zum einen wollten wir uns physisch vom PSI trennen. Wir arbeiten zwar eng zusammen, sind jedoch kein Teil des Instituts. Zum anderen arbeiten hier viele hochqualifizierte Fachkräfte. ETH- und Uni-Absolventen aus Zürich kommen bis nach Baden. Weiter in den Aargau eher nicht. Auch die Nähe zur Fachhochschule in Brugg ist ein Vorteil.»

Brönnimann, der auf dem Hertenstein wohnt, ist immer noch leidenschaftlicher Volleyball-Spieler. Zum fünfzigsten Geburtstag erhielt er als Geschenk von seinen Mitarbeitern einen Beachvolleyball, auf dem alle unterschrieben haben. Er spielt nach wie vor mit seinen ehemaligen Kollegen Volleyball. «Nachher tut mir zwar meistens etwas weh, aber es ist immer noch meine Leidenschaft.»

Erfolg in Bekämpfung des Zika-Virus

Brönnimann ist heute Unternehmer. Fehlt ihm das Forschen nicht? «Nein, ich liebe, was ich mache.» Der Umgang mit den Mitarbeitern in seiner Firma mache ihm extrem Spass. «Und ich kann immer noch von meinen Erfahrungen in der Forschung profitieren. Ich weiss, was funktioniert, oder besser gesagt, was sicher nicht funktioniert. Denn das herauszufinden, war ein wesentlicher Teil unserer Forschung.»

Was die Dectris heute produziert, funktioniert: Dank ihren Röntgengeräten konnten die Oberflächenproteine des Zika-Virus ausgemessen werden. Mithilfe dieser Daten kann an einem Gegenmittel geforscht werden. Und jüngst wurde bekannt, dass dank eines Dectris-Geräts die Struktur eines PET-fressenden Enzyms bestimmt werden konnte. Dieses soll die durch PET verursachte Umweltverschmutzung wirksam eindämmen.

Er sehe sich aber nicht als Weltverbesserer, sagt Brönnimann. «Ich bin Wissenschaftler. Mich faszinieren neue Erkenntnisse, vor allem wenn sie mit unseren Geräten ermöglicht werden. Und ich finde neue Entwicklungen und neue Technologien extrem spannend.» Brönnimann will Produkte für die Zukunft erschaffen.

Und was bringt die Zukunft für Dectris? Brönnimann hat vier Kinder zwischen 20 und 28 Jahren. Der Zweitjüngste studiert Physik. Steht es zur Diskussion, dass eines der Kinder in die Firma einsteigt? «Klar würde es mich freuen, aber diese Entscheidung liegt nicht bei mir. Sie müssen das schon wirklich wollen.»

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